Steinkauz

Vogel des Jahres 1972

Abenddämmerung im Obstgarten: Schwefelgelbe Augenleuchten aus dem Geäst. Sie gehören einem dunkelbraunen, nicht einmal amselgroßen Vogel: Es ist ein Steinkauz. Spähend dreht er den Kopf. Plötzlich jagt er nach unten, greift eine Feldmaus auf dem Boden und kehrt zu seiner Warte zurück. Zu seiner Beute gehören jedoch auch Käfer, Insekten oder Regenwürmer.
Die kleine Eule läßt sich mit etwas Glück auch tagsüber beobachten. Hauptsächlich ist der Vogel jedoch zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht aktiv. Dann durchsucht der Steinkauz im lautlosen Flug sein Revier. Dazu gehören ausgedehnte Obstgärten und Wiesenauen. Er brütet in Höhlen alter Bäume und auch in gezimmerten Steinkauz-Brutröhren. Das Waldesinnere meidet die kleine Eule. Sie wiegt etwa 200 Gramm und legt im Herbst ein Fettdepot für den Winter an. Durch Nisthilfen ist der zwischen 1960 und 1980 durch Obstbaumrodungen rapide gesunkene Steinkauz-Bestand wieder mancherorts im Wachsen begriffen. Überhaupt ermöglichen naturnah bewirtschaftete Obstwiesen fast 2000 Tierarten ein Überleben.

Wussten Sie, dass ...

  • ein Steinkauzpaar gewöhnlich sein Leben lang zusammen ist und am einmal gewählten Brutplatz festhält?

  • Steinkäuze bis ungefähr 15 Jahre alt werden können?

  • wir mit Hilfe moderner Technik wissen, daß junge Steinkäuze aus künstlichen Brutröhren wieder einst verlassene Lebensräume neu besiedeln?

  • Zwischen Schwäbischer Alb und mittlerem Neckar entsteht so zurzeit wieder ein wachsender Steinkauzbestand.

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